Die Schulkinder und Schulen in Goldbach und Unterafferbach standen eigentlich immer im Zentrum der Arbeit der jeweiligen Bürgermeister und Gemeinderäte. Dies wird in allen Aufzeichnungen und Ortschroniken deutlich. Selbst als die Gemeinde hoch verschuldet war und an allen Ecken und Enden sparen musste, wurden dennoch Renovierungen und Schulbauten voran getrieben. Wer weitere Einzelheiten über die Schulgeschichte erfahren möchte, der lese die detaillierte Darstellung in der von Angelika Röhrs‑Müller (†) erarbeiteten Ortschronik Goldbach, insbesondere das Kapitel 18. Wenn nicht anders angegeben, ist aus diesem Werk zitiert.

Die ersten Schulmeister - die erste Schule

Sicher ist, dass bereits vor 1663 in Goldbach Schule gehalten wurde. Schulmeister, so hießen damals die Lehrer, war Heinrich Dholn. Sehr wahrscheinlich unterrichtete er in einem Haus gegenüber der Kirche, dort wo heute die Metzgerei Sauer (und Nachbarhaus) sind (Nr. 1 auf dem Plan der vorletzten Umschlagseite) .

Dieses Schulhaus in Fachwerkbauweise war reparaturanfällig und verursachte deshalb ziemliche Kosten, so bei der umfangreichen Renovierung im Jahre 1723. Knapp zwei Jahrzehnte später, 1742, wurde das alte Haus abgebrochen und neu aufgerichtet. Dabei mussten die Einwohner Goldbachs, auch die Schulkinder, mit anpacken. Trotz dieser Eigenleistung kostete das Gebäude noch 240 Gulden (=fl), etwa der vierte Teil der Kosten für die neu aufgebaute Kirche (1757).

1720 wohnten in Goldbach 97 Familien mit oft vielen Kindern. Diese besuchten nicht immer regelmäßig den Unterricht. Die Lehrer, auf Heinrich Dholn folgten Johann Valentin Nimis, Andreas Nääs und Johann Becker, wohnten im Schulhaus. Sie mussten sich meist selbst um ihr "Gehalt" kümmern, das zum Teil in Naturalien bezahlt wurde. Sogar das Aufziehen der Kirchturmuhr war nötig, um von der Gemeinde ein paar Gulden als Zubrot zu erhalten. Die Schulstellen in unserer Gegend wurden im Allgemeinen vom Vater an einen der Söhne oder Schwiegersöhne weiter gegeben. Damit war die Altersversorgung des Lehrers gesichert.

Hochinteressant ist der Schulbericht von 1758 (Chronik Seiten 344 bis 346), der Auskunft über die Lerninhalte, die Bezahlung des Lehrers und die Schülerzahlen gibt: So konnte der Schulmeister nur im Choral und im Rechnen unterrichten, weil er Musik und Latein nicht studiert hatte. Die Eltern gaben den Winter hindurch 15 Kreuzer pro Kind. Die Kinder brachten täglich einen Scheit Holz für den Klassenzimmerofen oder auch als Bezahlung für den Lehrer mit. Die 64 Jungen und Mädchen besuchten gemeinsam "von Martini bis Ostern die Schule von morgens 7 bis 10 Uhr und nachmittags von 12 bis 3 Uhr".

In der übrigen Zeit gab es nur zwei Stunden Unterricht, weil die Kinder zum Viehhüten gebraucht wurden. In die Schule gingen sie im Alter von 7 bis 13. Bis 1765 stieg ihre Zahl auf rund 100 an, davon 16 aus Unterafferbach. Insgesamt war das Niveau des Schulunterrichtes nicht sehr hoch, selbst als Pfarrer Dr. Christian Stadelmann auch für die Gemeinde Goldbach einen Schulfonds gegründet hatte. Dadurch sollte das Schulgeld abgeschafft und die Besoldung des Lehrers gesichert werden. Trotz der Freischulstiftung konnten die Eltern oft nicht vom Sinn der Schulbildung überzeugt werden. Für die Mädchen, meinten die Eltern, sei das Schreiben sogar "gefährlich" wegen der dann folgenden Liebesbriefe. So war auch nur auf der Knabenseite des Klassenzimmers die Möglichkeit zum Schreiben gegeben.

Trotz hoher Verschuldung - ein neues Schulhaus wird gebaut (1818)

Seit 1818 gab es Abteilungsunterricht, und zwar für die großen Schüler von 6 bis 9 Uhr und für die "Elementarschüler" von 9 bis 11 Uhr. Die Einwohnerzahl war in Goldbach auf 892 und in Unterafferbach auf 180 (im Jahr 1812) angestiegen, unser Gebiet gehörte seit 1814 zu Bayern. Die Gemeinde Goldbach war hoch verschuldet, auf heutige Währung umgerechnet mit 1.530 DM pro Kopf (zum Vergleich: 1995: 230 DM). Überall wurden die Kreuzer und Gulden mehrfach herumgedreht, doch die Gemeinde entschloss sich 1817/18 ein neues Schulhaus bauen zu lassen.

Besonders energisch verfolgte Pfarrer Lautensack die Verbesserung der äußeren Schulverhältnisse. Lautensack, bereits seit 1804 "Schulvisitator", vergleichbar mit dem heutigen Schulrat, achtete in Goldbach "auf musterhafte Durchführung der für die Schule bestehenden Bestimmungen". Seine Berichte zeigen, wie nötig der Schulbau geworden war: So umfassten die beiden Klassen jeweils über 70 Kinder, obwohl der Raum nur Platz für 50 bot.

Das neue Schulhaus, uns bekannt als "Altes Rathaus" (Nr. 2), wurde im Sommer 1818 bezogen. Nunmehr wurde auf Lautensacks Drängen ein zweiter Lehrer eingestellt. Sein Gehalt von 200 fl war ein Hungerlohn, und so wechselten die 2. Lehrer ständig. Im Jahr 1822 wurde die 1. Lehrerstelle mit Franz Joseph Berwind besetzt, an den im Ortsteil Kugelberg die Berwindstraße erinnert. Er hatte erstmals die Gemeindeakten zu einem Archiv geordnet. Über Berwind und seine Familie finden sich viele Aussagen in der Chronik. Es wird deutlich, dass die Lehrer bis weit ins 19. Jahrhundert täglich um ihre Existenz zu kämpfen hatten und ihr Ansehen in der Bevölkerung nicht sehr hoch war. Mit den geistlichen Schulinspektoren gab es häufig Auseinandersetzungen. So wundert es nicht, dass die Lehrer eine treibende Kraft der Revolution von 1848 wurden.

Unhaltbare Zustände - Schulhausbau von 1878

Die wachsende Anzahl der Einwohner (1840: 1201; 1888: 1630) und damit natürlich der Schulkinder erhöhte den Schuletat enorm. So gab es 1880 342 Schülerinnen und Schüler und mittlerweile (1870) war ein dritter Lehrer eingestellt worden. Zur Behebung der Raumnot musste eine Klasse in der ersten Schule untergebracht werden, die als Rathaus diente. Auch der 3. Lehrer hatte dort sein Zimmer, während die beiden anderen im Schulhaus wohnten.

Um die auch für die damalige Zeit unhaltbaren Zustände zu ändern, baute die Gemeinde für 45.000 Mark ein neues Schulhaus in der Hauptstraße (Nr. 3); als Zuschuss flossen vom Kreisfonds 4000 Mark.

Als 1881 die 3. und die neu errichtete 4. Schulstelle besetzt wurden, gab es ein Novum in Goldbach: Es wurden erstmals Lehrerinnen eingestellt, und zwar Christine Höchner für die 3. und Elise Bendert für die 4. Stelle. Zwei Jahre später gab es keine gemischten Klassen mehr. Die Trennung nach Geschlechtern dauerte fast ein Jahrhundert lang, nämlich bis zur Schulreform 1969.

Bald nach dem Schulbau von 1878 wurde es erneut eng, so dass eine Mädchenklasse und die Wohnung der Lehrerinnen ins Schulhaus von 1818 ausgelagert werden mussten. Die für das Jahr 1900 angegebenen Schülerzahlen von 86, 75, 92, 69 Kindern in den einzelnen Klassen würden heute für jeweils drei Klassen ausreichen.

So war man ständig auf der Suche nach zusätzlichen Klassenzimmern. Wieder einmal war ein Schulhausneubau nötig und so beschloss der Gemeinderat, für die Knaben ein neues Gebäude zu errichten.

Ein eindrucksvolles Schulhaus am Ortsrand des Dorfes

Wie die Presse schrieb, wurde das Schulgebäude "auf einem der schönsten Plätze Goldbachs" errichtet, und zwar zwischen Weidenbörner Straße und Lorenz-Heim-Straße (Nr. 4). Nach einem Jahr Bauzeit konnte es am 25. Oktober 1908 eingeweiht werden. Für die sechs Schulsäle und sechs Lehrerwohnungen war ein Kostenaufwand von 110 000 Mark erforderlich. Daneben gab es Konferenz- und Lehrmittelzimmer und einen Turnraum. Alles in allem, so wird resümiert, dürfte "die Gemeinde Goldbach wohl von vielen anderen Gemeinden, ja sogar von Aschaffenburg beneidet werden".

Die Gemeinde Goldbach hatte schwer an den Kosten zu tragen. In ihrer Begründung für den Antrag auf 20.000 Mark Zuschuss beruft sie sich darauf, dass die weitaus meisten Steuerpflichtigen "minderbemittelt" seien und dass das Gemeindevermögen, das heißt also vor allem der Wald, nur jährlich 3000 bis 3500 Mark abwerfe.

Weil die Schulkinder ihren Vätern und Geschwistern das Essen an den Arbeitsplatz nach Aschaffenburg tragen mussten, gab es folgende Schulzeiten:

  • im Winter: 8 - 11 und 13 - 15 Uhr
  • im Sommer: 7.15 - 10.15 Uhr (anschließend Hilfe auf den Feldern).
  • Täglich obligatorisch war der Schulgottesdienst, Beginn 45 Minuten vor dem Unterricht.
  • Sehr aufschlussreich wäre es, die Zeit vom Kaiserreich bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges (Ortschronik Seiten 364 - 367) näher darzustellen. Aus Platzgründen können nur wenige Ereignisse aufgeführt werden:
  • Am 16.12.1918 erreichten die Lehrer die ersehnte Befreiung von der geistlichen Schulaufsicht. Ab 01.01.1920 waren Schulräte ihre Vorgesetzten, die Lehrer wurden Staatsbeamte.
  • Zur 7-jährigen Schulpflicht kam eine 3-jährige "Sonn und Feiertagsschule" zur Fortbildung. 1922 beschloss der Gemeinderat, diese "Berufsschule" am Samstag Nachmittag abhalten zu lassen.
  • Ab Sommer 1938 sollte das 8. Schuljahr auch in Goldbach eingeführt werden, was dann im Jahr 1940 gelang.
  • Zum Vergleich: Das 8. Schuljahr war bereits 1895 in München eingeführt worden, in Würzburg auch schon 1907.
  • Nach den Bombenangriffen auf Aschaffenburg und am 21. November 1944 auf Goldbach wurde die Schule als Krankenhaus benötigtEtwa ab März bis September 1945 fand in Goldbach kein Unterricht mehr statt.

Wiederum Schulraumnot - Schulbau in zwei Etappen 1957/1964

Nach Ende des 2. Weltkrieges gab es in Goldbach nur Lehrerinnen. Die männlichen Lehrkräfte fielen unter die Entnazifizierung. So wurde in den Klassen 6 bis 8 nur Religion, Handarbeiten und Englisch unterrichtet, Englisch natürlich wegen der Besatzungsmacht. Dieser Fremdsprachenunterricht entfiel bald wieder - bis zur Schulreform 1969, als Englisch Pflichtfach an den Hauptschulen wurde.

Erst ab 1947 normalisierte sich die Situation, jetzt gab es auch wieder mehr Lehrkräfte. Weil die Schülerzahl ständig anwuchs (1948: 903 Kinder, davon 10 % Flüchtlinge), beschloss der Gemeinderat am Anfang der 50er Jahre den Bau eines neuen Schulgebäudes.

Die Schule "Am Wingert", erstmals außerhalb der Wohnbebauung gelegen, eine Schule im Grünen (Nr. 5), wurde am 14. April 1957 in ihrem ersten Bauabschnitt eingeweiht. Durch die zehn Schulräume und einige Fachräume sollte der bestehende Schichtunterricht beendet werden. Geplant für 400 bis 450 Schüler bot er sehr fortschrittliche Bedingungen: Freigärten nach Norden, Küche, Schulbücherei sollen beispielhaft erwähnt werden. Als im Dezember 1957 auch noch die Turnhalle fertig war, hatte die Gemeinde einen weiteren finanziellen Kraftakt bewältigt: 1,4 Millionen DM hatte dieser Bauabschnitt gekostet, eine Summe, die nach Bürgermeister Heeg "am besten investiert" war.

In der Schule "Am Wingert" wurden fast ausschließlich die Knaben unterrichtet. Die meisten Mädchen blieben in der Lorenz-Heim-Straße, weswegen diese Schule in der Bevölkerung "Mädchenschule" hieß. "Nur wenige Mädchen in gemischten Klassen konnten den Schulneubau genießen", heißt es in der Chronik.

Mit dem weiteren Anwachsen der Bevölkerung wuchs erneut die Schülerzahl. 1962 war für sechs Klassen Schichtunterricht nötig, es gab insgesamt 19 Klassen. Als Notmaßnahme wurde der Werkraum in zwei Unterrichtsräume umfunktioniert.

Der erforderliche Erweiterungsbau wurde in Rekordzeit errichtet, 96 Arbeitstage reichten für den Rohbau. Ein Jahr später, im September 1964, war es so weit: Mit nun insgesamt 22 Klassenzimmern, zahlreichen Fachräumen, einer Schulturnhalle, einer Aula sowie einem großzügigen Lehrschwimmbecken war - wie es hieß die Schulraumnot endgültig gebannt. Abgerundet wurde das Projekt durch den Schulsportplatz mit Sprunggruben, Laufbahnen und Rasenflächen

So bilanziert die Schulchronik :

In dem ideal gelegenen, von einer gepflegten Anlage umgebenen Schulhaus werden 1968 unterrichtet:

24 Klassen mit 928 Schülern, von 23 Klassenlehrern, 4 Religionslehrern, 2 Handarbeitslehrerinnen, zwei Fachlehrern für Sport und Werken.

Neben dem allgemeinen Unterricht laufen Kurse für Englisch, Kurzschrift, Textiles Gestalten, Chorgesang und Instrumentalmusik.

Schon sind alle Säle in der schönen Wingert-Schule belegt und in kurzer Zeit werden wieder Klassen in die Schule an der Lorenz-Heim-Straße einziehen. In weiser Voraussicht lässt die Gemeinde das alte Haus renovieren. Wie eh und je ist sie der Schule "gut gesinnt" und bereit, für die Jugend, die Träger ihres künftigen Fortschritts, große Opfer zu bringen."

In der Tat war es so: Nach kurzer Zeit, in der die Schule " Am Wingert" ausreichte, wurden doch wieder Räume in der "alten Schule" in der Lorenz-Heim-Straße gebraucht. Wieder einmal, wie so oft in der Goldbacher Schulgeschichte, waren die Schülerinnen und Schüler nicht in einem Schulkomplex vereinigt.

Vom Reformjahr 1969 bis ins Jahr 2000

1969 war "das bedeutsamste Jahr der bayerischen Schulgeschichte" (Fritz Schäffer):

  • An die Stelle der Bekenntnisschule trat die gemeinsame christliche Schule
  • Durch die Landschulreform entstanden voll ausgebaute Volksschulen und ersetzten die zum Teil einklassigen Dorfschulen.
  • Das 9. Schuljahr wurde eingeführt.
  • Aus der Volksschuloberstufe wurde die Hauptschule mit der Pflichtfremdsprache Englisch, mit praktischer und theoretischer Arbeitslehre, differenziertem Unterricht in Deutsch, Mathematik und Englisch, einer verstärkten naturwissenschaftlichen und technischen Bildung sowie mit Wahlfächern und Arbeitsgemeinschaften, die sich die Schüler nach Neigung aussuchen konnten.

In diese Zeit fiel auch die Gemeindegebietsreform mit der Eingemeindung Unterafferbachs (1971). Die Schulgeschichte des Dorfes Unterafferbach ist höchst aufschlussreich:

Zunächst hatten die Kinder den beschwerlichen Weg nach Goldbach zu nehmen. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde im Dorf Unterafferbach unterrichtet; Schulhäuser baute die Gemeinde 1812, 1879 (heute Kindergarten) und 1958 (heute Landhaus Spessart). Den letzten Schulbau forcierte Dr. Alfred Leißner, dessen Arbeit durch die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde Unterafferbach und durch eine Straßenbenennung gewürdigt wurde. Für wenige Jahre, ab 1964, gab es einen Schulverband mit Wenighösbach. Ab 1969 schlossen sich die Schulen Unterafferbach und Goldbach zur Verbandsschule mit Sitz in Goldbach zusammen. Für weitere Details zur Unterafferbacher Schulgeschichte sei auf die Ortschronik Unterafferbach verwiesen.

In Goldbach führte das 9. Schuljahr dazu, dass das "alte Schulhaus" wieder mit einbezogen wurde. Die Schulleiterin der Mädchenschule, Frau Josephine Herold, übernahm die neu geschaffene Grundschule und für einige Monate auch die Hauptschule, denn Rektor Keller von der Knabenschule hatte Ende Juli 1969 den Ruhestand angetreten. Die Grundschule umfasste in 18 Klassen 712 Kinder, die Hauptschule mit 12 Klassen 452 Schüler. Am 1. Januar 1970 wurde die Schulleitung der Hauptschule mit Rektor Peter Höfling besetzt, der bis 1988 die Hauptschule führte. Die Doppelbelastung erklärt Frau Herolds Ausspruch in der Schulchronik:

"Gott sei tausendfach gedankt. Die Hauptschule hat einen Rektor. Ihm wünsche ich alles Glück. Die Last der Hauptschule ist mir genommen".

Die zurückgehenden Geburtenzahlen führten zunächst in der Grundschule, später in der Hauptschule Goldbach zu weniger Schülern und Klassen. 1983/84 war es möglich, die zwölf Grundschulklassen und elf Hauptschulklassen wieder komplett in der Schule "Am Wingert" unterzubringen. Die Hauptschule erreichte ihren Tiefstand im Schuljahr 1989/90 mit 203 Schülern in neun Klassen (siehe Grafik). Ein erneuter Geburtenanstieg ließ die Zahl der Grundschüler ab 1985 wieder rapide anwachsen. Deshalb initiierte der seit 1977 amtierende Grundschulrektor Karl-Heinz Bischke zusammen mit Bürgermeister Fuchs eine abermalige Erweiterung der Schule. Nach langen Verhandlungen gelang es Rektor Winfried Full, der 1992 die Schulleitung an der Grundschule Goldbach übernahm, dass vier neue Klassenzimmer geschaffen wurden und der Verwaltungsbereich durch einen Anbau modernisiert wurde. Rektor Winfried Full kann seit 1995 alle Grundschüler im eigenen Schulgebäude unterrichten lassen, nachdem zwischenzeitlich auch Nebenräume ausgelastet worden waren. Heute erweist sich die damalige Entscheidung, für die Grundschule vier statt der ursprünglich geplanten zwei Klassenzimmer zu bauen, als sehr glücklich: Im laufenden Schuljahr werden 485 Schüler in 18 Klassen unterrichtet (vgl. Grafik). Neben der Unterweisung in den Pflichtfächern wird dem musischen Unterricht große Bedeutung beigemessen. So zeigen viele Kinder durch ihre Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften "Schulspiel, Chor, Orff-Spielkreis, Flötenspiel und Schulgarten" großes Interesse.

Aber auch die Hauptschule Goldbach entwickelte sich weiter. Auf Vorschlag von Rektor Walter Roth (seit 1988 in Goldbach) beantragte der Gemeinderat im Jahr 1990 ein "freiwilliges 10. Hauptschuljahr" mit Mittlerem Schulabschluss. Zunächst noch vom Kultusministerium abgelehnt, gibt es nun diese 10. Klasse seit 1997 an der Hauptschule Hösbach. Auch für Goldbach könnten ab kommendem Schuljahr sogenannte Mittlere-Reife-Klassen (M-Klassen) eingerichtet werden, wenn sich geeignete Schüler/innen dafür melden. Unsere Schule arbeitet dabei mit der Hauptschule Hösbach und anderen Grund- und Hauptschulen zusammen.

Da die Schülerzahlen in der Hauptschule Goldbach seit mehreren Jahren kaum noch zunehmen, gab es andere Ursachen für die Schulerweiterung ab April 1999. Bei einer Begehung Ende 1996 erkannten die Gemeinderäte, dass die vom neuen Hauptschullehrplan geforderten Fachräume insbesondere in den Bereichen der Naturwissenschaften und der Informatik geschaffen werden mussten, um den Schülern gute Berufs- und damit Lebenschancen zu eröffnen. Gleichzeitig sollten die Bewegungsräume der Schüler durch eine großzügige Pausenhalle mit Schülercafé optimiert werden. Schließlich bekam auch noch die Schulleitung ein neues Domizil.

Wieder einmal haben die Verantwortlichen der Marktgemeinde Goldbach bewiesen, dass sie die Belange der Schülerinnen und Schüler sehr ernst nehmen. Mit diesem Fazit und dem Dank der Eltern und Lehrkräfte schließe ich diese geschichtliche Rückschau.

Walter Roth, Rektor

Literatur:

  • Röhrs-Müller, Angelika, Goldbach, Hg: Markt Goldbach 1998
  • Schäffer, Fritz, Brüder reicht die Hand zum Bunde, Hg: ULLV e. V. 1989
  • Für zahlreiche Hilfen danke ich Herrn Altbürgermeister Emanuel Krebs und dem Vorsitzenden des Geschichts- und Heimatvereins Goldbach e.V., Herrn Hugo Karpf
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